Barrierefreiheit: Radfahrer testen Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal

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Eichsfeld. Über vier Etappen ging es von Mühlhausen bis Fürstenhagen durch Eichsfeld-Hainich-Werratal.
 
Die Testfahrer vor ihrem Start am Untermarkt in Mühlhausen (vorn von links): Marco Pompe, Andreas Porzelle und Katrin Weller sowie (hinten von links) Sven Pompe, Katja Pompe, Guido Kunze und Marvin Kunze. Foto: Heidi Zengerling
Die Testfahrer vor ihrem Start am Untermarkt in Mühlhausen (vorn von links): Marco Pompe, Andreas Porzelle und Katrin Weller sowie (hinten von links) Sven Pompe, Katja Pompe, Guido Kunze und Marvin Kunze. Foto: Heidi Zengerling Eichsfeld.
 
Die Idee entstand bei einem Grillabend mit Bruder Sven. Jetzt wurde sie umgesetzt. Marco Pompe , der zu den ­Gewinnern gehört beim vom Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ausgeschriebenen Wettbewerb „Spuren legen in meinem Naturpark“, testete mit Freunden den Naturpark auf seine Barrierefreiheit.
 
Mit dem Handbike war Pompe dabei unterwegs. Den Verlauf der Strecke hatten er und sein Bruder Sven sowie Extremsportler Guido Kunze mit dem Vorstandsvorsitzenden des Tourismusverbandes der Welterberegion Wartburg-Hainich, Martin Fromm , und Johannes Hager , dem Leiter der Naturparkverwaltung in Fürstenhagen , zuvor ausgesucht. Über vier Etappen führte der Weg: von Mühlhausen nach Langensalza , Heyerode , Heiligenstadt und Fürstenhagen . Auf den Etappen testeten Handbiker und Radfahrer die Strecke auf ihre Barrierefreiheit: Sind Hindernisse im Weg, die es einem Rollstuhlfahrer unmöglich machen, ihn zu passieren?
 
Nun sind die ersten Ergebnisse der Tour zusammengefasst: Es gibt kleine Schwachstellen zwischen Görmar und Bollstedt . Dort befindet sich ein Strommast, der den ohnehin schon schmalen Radweg für Menschen mit Handicap noch schwerer macht. Zudem lagen Glasscherben auf der Strecke.
 
Das Ende des Radweges Richtung Bollstedt am Ortseingang ist mit Kopfsteinpflaster befestigt. Mit schmaler Bereifung am Handbike oder am Rollstuhl ist diese Passage schwer zu befahren. Nach Bollstedt ist der Radweg sehr gut befahrbar und auch der Rosen- und Japanische Garten sind eine besondere Sehenswürdigkeit, welche barrierefrei erlebbar ist. Für mehr als fünf bis sechs Handbikes ist die Anlage allerdings nicht ausgelegt.
 
Die Strecke Mühlhausen via Volkenroda ist ab Bollstedt perfekt ausgebaut. Der letzte Abschnitt von Körner Richtung Volkenroda ist nur über die Kreisstraße erreichbar.
 
Nur geeignet für das Liegebike
 
Die Klosteranlage selbst ist bezüglich der Barrierefreiheit positiv zu bewerten. Nur einige Kleinigkeiten müssen umgesetzt werden – zum Beispiel Türschwellen, die noch kleine Hindernisse darstellen.
 
Die Etappe von Mühlhausen nach Heyerode über den Schwanenteich, die Popperöder Quelle in Richtung Heyerode durch den Wald ist nur für das Liegebike geeignet. Vorspannbikes sind hier nicht nutzbar, da die Strecke nicht befestigt ist.
 
Bezüglich der zu überwindenden Höhenmeter ist sie als recht anspruchsvoll zu bewerten. Von Heyerode nach Mühlhausen zurück über Oberdorla und Felchta gibt es keine Probleme. „Der letzte Abschnitt von Heiligenstadt nach Fürstenhagen ist komplett als barrierefrei einzustufen“, fasst Pompe zusammen.
 
„Unser Fokus lag darauf, die Barrierefreiheit der ausgewählten Routen im Naturpark einzuschätzen, Empfehlungen zu geben und Schwachstellen aufzudecken, um einen behindertengerechten Naturpark möglich zu machen. Wir stellten uns die Frage nach der Eignung der Radwege, der barrierefreien Nutzung der Unterkünfte sowie öffentlichen Einrichtungen, der Toiletten und Rastmöglichkeiten. Unterwegs haben wir unsere Eindrücke fotografisch dokumentiert und werden diese auf der Homepage des Naturparks veröffentlichen – der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Ebenfalls wird es nachfolgend ein Bewertungsportal zum Streckennetz geben. Diese Tour, so kann man zusammenfassend feststellen, gibt ein Signal, dass es weitergeht“, erklärte Pompe.
 
Zukünftig sind die Einrichtung eines Netzes von Rast-Stationen mit rollstuhlgerechten Toiletten im Naturpark sowie die Behebung der festgestellten Mängel vorgesehen.
 
Für Ende dieses Jahres ist ein Prospekt geplant, welcher barrierefreie Touren im Naturpark beinhaltet, die besonders für Handbike- oder Rollstuhlfahrer machbar sind.
 
Quelle: www.tlz.de, Bericht von Heidi Zengerling / 20.05.15 / TLZ

Bericht eingestellt von Markus Ludwig (admin) am 17.06.2015
letzte Änderung am: 17.06.2015 um 07:50 zurück


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