Erdrutschgefahr am Meißner: RP gibt Gasthaus Schwalbenthal auf

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Hoher Meißner. Das Regierungspräsidium Kassel will am von Erdrutschen bedrohten Gast- und Wohnhaus Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner keine weiteren Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergreifen.
Schwalbental
Gefährdete Idylle: Im Bereich Schwalbenthal ist der Hang des Meißner in Bewegung.
Eine Stabilisierung des Hangs ist nach Auffassung des Regierungspräsidiums zu teuer.
 
Das geht aus einem Schreiben der Behörde an Bürgermeister Friedhelm Junghans hervor. „Die Kosten für die Stabilisierung des Hanges dürften meiner Einschätzung nach auch außer Verhältnis zum Wert der zu schützenden Rechtsgüter stehen“, teilt Regierungsvizepräsident Hans-Peter Conrad mit.
 
Zudem sei das Regierungspräsidium weder als Gefahrenabwehrbehörde noch als Obere Wasserbehörde oder Bergbehörde für die Angelegenheit zuständig. Vielmehr hätte man hier bislang ohne originäre Zuständigkeit und allein als Berater und Moderator in Sorge um die Sicherheit von Bewohnern und Besuchern des Schwalbenthals gehandelt und bereits über 100 000 Euro allein für die Gefahrenerforschung ausgegeben.
 
„Das ist für alle Beteiligten ein Hohn“, kritisiert Bürgermeister Friedhelm Junghans das Regierungspräsidium, das eigentlich die Kosten für die Stabilisierung des Hanges übernehmen sollte, um das als Kulturgut geltende Bauwerk vor den Erdrutschen zu schützen.
Es könne nicht sein, dass dieses besondere denkmalgeschützte Haus als letztes Gebäude des ehemaligen Dorfes sowie die Wassergewinnungsanlage Keudellbrunnen nun einfach aufgegeben werden sollen: „Ich sehe das Regierungspräsidium Kassel hier ganz klar in der Pflicht, die Gefahrenabwehr zu übernehmen“, so der Verwaltungschef weiter. Das in der Sache veranlasste Gutachten stelle eindeutig fest, dass die Ursache der Erdrutsche in der Vernässung des Hanges infolge zutretenden Wassers aus dem Kalbesee liege, also eine Folge des Bergbaus darstelle.
 
Der Keudellbrunnen sei wegen der großen Gefahr längst nicht mehr begehbar und auf dem Haupthaus des Schwalbenthals laste der Erddruck inzwischen deutlich sichtbar. Das zeigten immer neue Fassadenrisse und starke Veränderungen bei den Türen. Gerade der Eigentümer des Schwalbenthals, der Skireisen-Unternehmer Dieter Kohl, werde in der Sache nun völlig allein gelassen. Entsprechend verzweifelt zeigte dieser sich gestern auch auf Anfrage der Werra-Rundschau: „Wir sind angesichts der Nachrichten aus dem Regierungspräsidium natürlich sehr deprimiert und gelähmt“, so Dieter Kohl, der die gastronomische Nutzung des Schwalbenthales inzwischen aufgeben musste, Teile des Gebäudes aber noch als Wohnsitz nutzt.
 
Aus eigener Tasche seien die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes nicht zu bezahlen: „Wir sind hier auf ganzer Linie enttäuscht“, so Dieter Kohl. Noch nicht einmal von einem weiteren Gesprächstermin, den das Regierungspräsidum für heute in der Sache anberaumt hat, wisse er etwas.
 
Quelle: www.hna.de

Bericht eingestellt von Christian Weidner (admin) am 22.12.2011
letzte Änderung am: 22.12.2011 um 08:06:24 zurück


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