Märchenhafter Naturpfad entsteht an der Burg Creuzburg

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Bei einem Schülerprojekt greift die Klasse 8b der Regelschule Creuzburg zu Werkzeugen. Sie wollen Spaziergängern die grimmschen Märchenfiguren in Erinnerung rufen.
 
Naturpark-Ranger Fritz-Armin Böttcher (vorn) und Forstwirtschaftsmeister Frank Göbhardt befestigen die Schilder für den Naturpfad am Fuße der Burg Creuzburg. Foto: Norman Meißner
Naturpark-Ranger Fritz-Armin Böttcher (vorn) und Forstwirtschaftsmeister Frank Göbhardt befestigen die Schilder für den Naturpfad am Fuße der Burg Creuzburg. Foto: Norman Meißner
 
Creuzburg. Der Arbeitseifer der Schüler aus der Klasse 8b der Regelschule war am Dienstag kaum zu bremsen. Mit Spaten, Hacken, Harken, Rechen, Ast- und Gartenscheren bewaffnet, befreiten sie mit großem Tatendrang unterhalb der Burg Creuzburg Wege von Laub und schnitten alte Sichtachsen in dem grünen Areal frei, das einst als Burggarten angelegt wurde. „Hier entsteht ein märchenhafter Naturlehrpfad“, sagt Lehrerin Susanne Merten . Im vergangenen Jahr beteiligten sich die Jugendlichen am Wettbewerb „Spuren legen in meinem Naturpark“, den der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal ausgelobt hatte. „Die Kinder sind eine der Preisträger“, erklärt Susanne Merten , die das Schülerprojekt mit ihrem Lehrerkollegen Ralf Rödiger koordiniert.
 
Preisgeld für die Materialanschaffung
 
Schnell begannen die jungen Lehrpfad-Bauer, dafür Ideen zu sammeln. Damit der Naturlehrpfad auch richtig märchenhaft wird, holten sich die Schüler auch Anregungen bei den Knirpsen der örtlichen Kindertagesstätte. Die Jugendlichen sammelten mit den Kindern Material und bauten mit ihnen Nistkästen.
 
Für das Gruppenfoto opferten die Fleißigen der Klasse 8b der Regelschule Mihla,
 des Forstamtes Hainich-Werratal,
 der Stadt Creuzburg und des Naturparks gern ihre verdiente Verschnaufpause. Foto: Norman Meißner
Für das Gruppenfoto opferten die Fleißigen der Klasse 8b der Regelschule Mihla, des Forstamtes Hainich-Werratal, der Stadt Creuzburg und des Naturparks gern ihre verdiente Verschnaufpause. Foto: Norman Meißner
 
Mit dem Preisgeld konnten verschiedene Materialien angeschafft werden, damit das Projekt gelingt. „Wir sind kurz vor der Fertigstellung“, frohlockt Susanne Merten , die sich schon jetzt auf die feierliche Einweihung des Pfades freut. Bis dahin kann sich Creuzburgs stellvertretende Bürgermeisterin aber nicht gedulden. Die Neugier von Karla Leise war zu groß – sie machte sich schon gestern bei ihrer Stippvisite ein Bild von Creuzburgs neuer Attraktion.
 
Die Achtklässler wissen, dass in einem Naturlehrpfad Plastik-Schilder natürlich tabu sind. An jeder Station bieten jeweils aufwendig gefräste Holzschilder nicht nur wissenswerte Informationen, sondern auch, worauf der Lehrpfadnutzer sein Augenmerk legen sollte. Diese Schilder stellten Naturpark-Ranger Fritz-Armin Böttcher und der Forstwirtschaftsmeister Frank Göbhardt für die Schüler auf. Neben den Info- und Beobachtungsstationen richten die Fleißigen auch Aktiv-Stationen ein, beispielsweise ein Zapfenweitwurf oder ein Barfußpfad. Auch an das Verschnaufen dachten die Regelschüler. Die Zwergensitze sind nicht nur für kleine Pfadbenutzer geeignet.
 
Richtig märchenhaft ist der Naturlehrpfad am Fuße der Creuzburg natürlich auch. Zahlreiche Tiere „huschen“ scheinbar durch das Unterholz. „Wir haben Tiere ausgewählt, die in grimmschen Märchen erwähnt sind“, betont Susanne Merten . Gleiches gilt auch für die mit Infotafeln versehenen Bäume. Jeder Lehrpfadnutzer findet sicher zügig heraus, für welches Märchen das jeweilige Tier Pate steht. „Wir brauchten nur den Materialpreis bezahlen; die Firma Anlagenbau Mihla hat uns die Tier-Silhouetten aus den Stahlplatten herausgeschnitten“, sagt Ralf Rödiger erfreut über diese Unterstützung. Die „tierischen“ Vorlagen entwarfen die Schüler selbst.
 
Unter die fleißigen Schüler mischte sich auch Gemeindearbeiter Kai Wolfram . Für Creuzburgs Bürgermeister Ronny Schwanz stand es außer Frage, dass dieser das Schülerprojekt tatkräftig unterstützt. Damit die Kraft der Schüler bei ihrem Arbeitseifer nicht nachließ, spendierte der Bürgermeister den Fleißigen eine Stärkung zum Mittag.
 
Verteidigung des Titels „Umweltschule“
 
Demnächst soll noch ein großes Insektenhotel am neuen Lehrpfad aufgestellt werden. „ Klaus Lange hat es über den Umweltverein Mihla organisiert“, sagt Susanne Merten , während sie ihren Blick voller Freude über die geschäftigen Schüler schweifen lässt. Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein zur Verteidigung des Titels „Umweltschule“. Bereits am Freitagvormittag steht die nächste Aktion für die Umweltschüler der Regelschule Mihla an. Dann wird der Baum des Jahres 2016 mit Vertretern des Forstamtes Hainich-Werratal, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal im Mihlaer Tal gepflanzt.
 
Quelle: www.eisenach.tlz.de, Bericht von Norman Meißner / 20.04.16 / TLZ

Bericht eingestellt von Markus Ludwig (admin) am 20.04.2016
letzte Änderung am: 20.04.2016 um 11:20 zurück


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