Werratalverein Zweigverein Waldkappel e.V.
Strengste Wanderdisziplin
Am 07. Juni 1942, also schon mitten im Krieg, wanderte der WTV-Zweigverein Waldkappel ins Edertal. Zuvor ergingen nachfolgende Anweisungen „zur reibungslosen Durchführung des Wanderplanes“: Wanderung ins Edertal am 07.06.1942. Die Zahl der Meldungen ist erfreulicherweise groß. Es wollen rund 100 Volksgenossen teilnehmen, worunter sich auch Eschweger Wanderfreunde befinden. Zur reibungslosen Durchführung des Wanderplanes wird folgendes festgelegt:
  1. Für das Eintopfgericht auf dem Heiligenberg (-,70RM) gibt jeder Teilnehmer 50gr Fleischmarken ab. Soweit bereits Teilnehmer Fettmarken abgeliefert haben, kann es dabei bleiben.
  2. Für Kinder unter 14 Jahren muss ein Erwachsener die Verantwortung übernehmen. Es ist die Pflicht der Eltern, einen Erwachsenen darum anzugehen, wenn sie nicht selbst teilnehmen.
  3. Die Teilnehmer lösen bereits am Sonnabend eine Fahrkarte Waldkappel – Malsfeld und gleichzeitig Melsungen – Waldkappel (Preis 2,50RM). Die Bahn ist unterrichtet.
  4. Der Zug fährt 6:32Uhr in Waldkappel ab. Die Wanderer müssen sich pünktlich einfinden.
  5. Die Führer auf der Wanderung sind die Wanderkameraden Lehrer Allendorf und Ludwig Berninger. Sie gehen an der Spitze des Wandertrupps und dürfen von anderen Wanderkameraden und Kameradinnen nicht überholt werden.
  6. Am Ende des Zuges geht Wanderfreund Heinrich Degenhardt, der die Aufsicht übernimmt.
  7. Den Anordnungen der 3 Führer ist unbedingt Folge zu leisten. Es ist verboten, sich ohne Vorwissen des Wanderfreunds Degenhardt vom Wandertrupp zu entfernen.
  8. Die Städte und Dörfer, die berührt werden, werden in geschlossener Ordnung durchschritten. Es wird strengste Wanderdisziplin erwartet.
  9. Papier, Zigarettenschachteln und dgl. dürfen unterwegs nicht fortgeworfen werden. Auch muss das Schreien, das nichts mehr mit Singen zu tun hat, unterbleiben.
  10. Um Benachrichtigung aller Mitwanderer wird gebeten.
Mit Wandergruß „Frisch auf“ und Heil Hitler
Der Vorsitzende des Zweigvereins Waldkappel
An der Centbuche ging’s wieder los
Anfang der 1950er Jahre wurde der Zweigverein, der in den Kriegs- und Nachkriegsjahren eine große Wanderbereitschaft hatte, mangels entsprechender Führungskräfte aufgelöst. Nachdem im Jahr 1980 wieder einige Wanderungen unter Leitung von Karl Hohmeister durchgeführt wurden, fand am 25. März 1981 in der Gaststätte „Kasseler Hof“ die inoffizielle Wiedergründung des Vereins statt. Hierzu waren 22 Teilnehmer erschienen. Karl Hohmeister hatte auf Empfehlung des damaligen 1. Vorsitzenden der Hauptleitung, Otto Bevern, hierfür die Initiative ergriffen. Es wurde zunächst ein geschäftsführender Vorstand gewählt. Dieser setzte sich wie folgt zusammen: Geschäftsführender Vorstand Hans Koltermann, Wanderwart Karl Hohmeister, Wegewart Erwin Möller, Kassiererin Gertraud Frank und Schriftführerin Anni Schomann. Die beiden Letztgenannten haben noch bis heute die Ämter inne. Die offizielle Wiedergründung des Vereins fand dann am 27. September 1981 anlässlich einer Sternwanderung an der Centbuche statt.

Am 5. März 1983 wurde die Übernahme des sehr heruntergekommenen, ehemaligen Jugendheimes der Stadt Waldkappel beschlossen. Dieses sollte zu einem Wanderheim ausgebaut werden. Bereits am 19 März wurden die umfangreichen Bauarbeiten in Angriff genommen. Es wurden ein Anbau für die Küche und den Flur errichtet, Toiletten eingebaut und das gesamte Gebäude mit Aufenthaltsraum von Grund auf instand gesetzt. Weiter wurde eine Strom-, Wasser- und Abwasserleitung verlegt und an das Ortsnetz angeschlossen. Sämtliche Arbeiten wurden in Eigenleistung hergestellt! Nach 16-monatiger Bauzeit mit rund 3200 geleisteten Arbeitsstunden wurde das Gebäude am 7. Juli 1984 unter dem Namen „WTV-Heim“ feierlich eingeweiht. In den Folgejahren wurde ein Holz- und Geräteschuppen mit Grillhütte gebaut, 1997 wurde der Dachstuhl und die Dacheindeckung erneuert und 1999 eine Holzverkleidung mit Wärmedämmung angebracht. Als bisherige Hüttenwarte waren Dieter Krüger, Günter Koch, Fred Hinterer und Alfred Küllmer tätig, von denen Fred Hinterer durch einen tragischen Bergunfall ums Leben kam. Heutige Hüttenwartin ist Renate Möller.
Der Vorstand änderte sich wie folgt: In der Jahreshauptversammlung am 13. Januar wurde Karl Hohmeister 1. Vorsitzender und Wanderwart, Hans Koltermann 2. Vorsitzender. Am 13. März 1988 wurde Hans Heckmann Wanderwart. Erwin Möller wurde am 13. März 1989 2. Vorsitzender und Alois Böhm Wegewart, Hans Koltermann schied aus Altersgründen aus. Nachdem Karl Hohmeister 1990 sein Amt als 1. Vorsitzender niederlegte, wurde am 2. März 1991 Erwin Möller 1. Vorsitzender und Elly Böhm 2. Vorsitzende. Am 28. Februar 1998 wurde Walter Voß 2. Wegewart. Den 1. Wegewart Alois Böhm verloren wir am 7. Mai 2001 durch einen tödlichen Verkehrsunfall. Am 22. Februar 2002 wurde Walter Voß 1. Wegewart. Karl Hohmeister wurde am 28. Februar 2004 2. Wegewart. Die 2. Vorsitzende Elly Böhm legte am 24. Februar 2007 das Amt aus Gesundheitsgründen nieder, Nachfolgerin wurde Elfriede Döring. 1. Wegewart wurde Karl Hohmeister und 2. Walter Voß.
Somit setzt sich der heutige Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Erwin Möller, 2. Vorsitzende Elfriede Döring, Kassiererin Gertraud Frank, Schriftführerin Anni Schomann, Wanderwart Hans Heckmann, 1. Wegewart Karl Hohmeister, 2. Wegewart Walter Voß.
Das 20-jährige Bestehen des WTV-Heimes wurde am 06.06.2004 in Verbindung mit dem 8. Werrataler Wandertag gefeiert. Der Einladung waren 300 Wanderfreunde aus fast allen Zweigvereinen gefolgt. Im Rahmen des Waldfestes am 24.06.2006 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins nach Wiedergründung wurden 15 Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Erwin Möller erhielt für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit vom 1. Vorsitzenden der Hauptleitung, Karl-Werner Böttigheimer, das Goldene Vereinsabzeichen verliehen.
Seit dem Jahr 2000 finden jährlich Bustagesfahrten statt. Diese führten uns bisher zu den Feengrotten bei Saalfeld und den Hohenwartestausee, nach Bamberg und Vierzehnheiligen, nach Frankfurt zur Fahrt mit dem Äbbelwoi-Express und Palmengarten, in den Odenwald nach Michelstadt, Erbach und Miltenberg, in die Rattenfängerstadt Hameln mit Externsteinen und Hermannsdenkmal, an den Rhein mit Schifffahrt von St. Goarshausen bis Rüdesheim und Besuch des Niederwalddenkmals, nach Quedlinburg und Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn nach Alexisbad.
Die Hauptaktivität des Vereins ist natürlich das Wandern. Neben den üblichen Tageswanderungen in der näheren Umgebung, wurden auch Tageswanderungen im Harz, in der Rhön, im Vogelsberg, im Knüll, im Habichtswald, im Reinhardswald, im Sauerland und im Thüringer Wald durchgeführt.
Auch wurden Mehrtageswanderungen/Wanderfahrten unternommen, zum Beispiel: In das Ahrtal, das Moseltal, das Alpbachtal/Österreich, das Altmühltal, in den Pinzgau/Österreich, in die Pestrupper Heide, die Lüneburger Heide, die Fränkische Schweiz, die Sächsische Schweiz/Elbsandsteingebirge, an den Hallstädter See/Österreich, in den Harz, den Pfälzer Wald, den Knüll, den Thüringer Wald, an die Nordseeküste und nach Slowenien/Oberkrain.
Ebenfalls wurden jedes Jahr die Deutschen Wandertage besucht und dort an Wanderungen und Veranstaltungen teilgenommen.
Weiter wurden von Jahr zu Jahr verschiedene Durchgangswanderstrecken/-wege erwandert und auch schon fünf Anwanderungen zu Deutschen Wandertagen unternommen.
Erwin Möller, Anni Schomann und Hans Heckmann vom ZV Waldkappel
"Eule"